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BÄREN

BÄREN

Für viel Aufregung und Geschrei sorgen zu Beginn der Aufführung die Bären mit ihren Bärentreibern. An Ketten hängend stürmen sie auf die Zuschauer zu und werden von den Treibern zurückgerissen.

Erinnern sollen diese Gestalten wahrscheinlich an die Tanzbären vergangener Schausteller, welche diese zur Belustigung abrichteten und tanzen ließen. Aber auch noch heute kann man dieses Schauspiel in einigen Ländern sehen. Eine andere Interpretation deutet den Kampf zwischen Bär und seinem Treiber als Kampf zwischen den Jahreszeiten. Der Bär, der nach dem Winterschlaf erwacht, symbolisiert den nahenden Frühling, den der Treiber als Symbol des Winters zurückhalten will.
HEXEN

HEXEN

Die Hexen sind fast in jeder Fasnacht vertreten und so auch in unserer Fasnachtsgruppe. Einige haben hässliche und bösartige Larven, andere wiederum witzige und gutmütige Gesichter. Sie symbolisieren den Winter, feiern diesen vor seiner Vertreibung und tanzen zu seinen Ehren. Die Gewänder sind alte Dirndln oder aus Lumpen zusammengenähte Röcke und Blusen. Unter den Röcken verbergen sich lange Unterhosen - teils mit Rüschen - und um die Schultern tragen sie ein Tuch. Ein Kopftuch oder wilde, zerzauste Haare verleihen jeder Hexe ihre eigene Persönlichkeit. Mit ihrem Besen kehren sie den Weg für die weiteren Figuren frei und oft auch die Schuhe der Zuschauer ab, um somit "das Böse wegzukehren". In ihren Handtaschen finden sich Zuckerln für die Kinder, ein Schnapsl für die Erwachsenen und ab und an auch ein Scherzutensil zur Belustigung.
KLÖTZLER

KLÖTZLER

Die Aufgabe des Klötzlers ist es, - neben den Hexen - den Platz für die weiteren Figuren freizumachen. Mit Hilfe von hunderten kleinen Holzschindeln erzeugt er beim Aufspringen ein lautes, klapperndes Geräusch, das nicht zu überhören ist. Der Träger dieser Figur braucht eine sehr gute Kondition, um sie lebendig gestalten zu können.

Der Klötzler ist keiner Jahreszeit im Speziellen zugeordnet, sondern dient als Vorbote aller, weshalb man oft verschiedene Symbole der jeweiligen Jahreszeiten an seinem Hut erkennen kann.
BLAUER

BLAUER

Der Blaue - oft auch Ballerler oder Zaggeler - trägt einen blauen Arbeiteranzug mit nahezu 100 bunten Quasten aus Wolle. Er trägt einen Ranzen, kleine Glöckchen und einen Hut mit einem Fuchsfell und einem halbkreisförmigen Rad aus schwarzen Hahnenfedern. In der Mitte befindet sich meist ein Spiegel, der von vielen Blumen und Glasbartln umgeben ist.

Der Blaue verkörpert den Herbst und soll mit seinen bunten Quasten an einen farbenfrohen Herbstwald erinnern. Seine Larve ist ein unfreundlicher, älterer Mann und seine Bewegungen sind wild und kräftig.

Mit Ausnahme weniger Figuren vollzieht jede - so auch der Blaue - das Ritual des "Abmullens". Dabei wird dem auserwählten Zuschauer ein mehr oder weniger leichter Schlag mit der flachen Hand auf die Schulter gegeben. Dieser Schlag soll dem "Abgemullten" Fruchtbarkeit und Glück bescheren. Zur Unterstützung wird meist noch ein Schnapsl aus dem mitgebrachten Flachmann ausgeschenkt.
GOASSLBAUER

GOASSLBAUER

Der Goasslbauer ist eine Kreation unseres Vereins. Vor den Auftritten unserer Fasnachtsgruppe wurde und wird unser Auftritt vor der Auftrittsstätte stets von unseren Goasslschnellern lautstark angekündigt. Zusätzlich wurde unsere Gruppe oft von einer Kuh - die von zwei Personen getragen wird - begleitet. Da das Sichtfeld der Träger stark eingeschränkt ist, wurde stets ein "Bauer" benötigt, welcher die Kuh durch die Menschenmassen geleitet.

In unserem Verein übernimmt diese Aufgabe nun der "Goasslbauer", welcher mit Goassl und Viech zwischen Blauen und Zottlern seinen Auftritt findet und somit den Almabtrieb im Herbst symbolisiert. Dass diese Kombination aus Goassl und Bauer nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, beweist die Tatsache, dass auch heute noch in Südtirol an vielen Orten vor Beginn des Almabtriebs mit der Goassl geschnellt wird. Außerdem wurde das Goasslschnellen früher auf Almen zur Kommunikation verwendet. Hörte man von der Nachbarsalm lautes Schnellen, war dort alles in Ordnung. Bekam man längere Zeit keine Meldung, war dort etwas vorgefallen.
ZOTTLER

ZOTTLER

Eine der wichtigsten Figur ist der Zottler. Er verkörpert mit seinen rauen, wilden Bewegungen den Winter. Im Takt der Musik "tresternd" und mit kehligen Lauten ist er das Sinnbild dunkler Mächte.

Seine Larve zeigt einen ernsten und düsteren Mann. Sein Gewand besteht aus verschiedenfarbigen Fransen, die aus gerupften Jutesäcken hergestellt und anschließend auf eine blaue Arbeitsmontur genäht werden. Zusätzlich trägt er - wie auch der Blaue - einen Ranzen. In anderen Gemeinden sind die Farben der Fransen vorgegeben, in Völs sind diese jedem freigestellt.

Wie auch beim Blauen trägt der Zottler einen Hut mit Fuchsfell und einem Rad aus Federn. Im Gegensatz zum Blauen handelt es sich hierbei aber um lange Pfauenfedern.

Als Sinnbild des Winters kommt dem Zottler eine besondere artistische Einlage zu. Beim "Frosch" beugt sich der Zottler kniend nach hinten und berührt mit der Schulter den Boden. Wenn zusätzlich ein Tuxer oder sogar ein Spiegeltuxer auf den Ranzen des am Boden liegenden Zottlers steigt, symbolisiert dies den Sieg des Frühjahrs über den Winter.

Mit Ausnahme weniger Figuren vollzieht jede - so auch der Zottler - das Ritual des "Abmullens". Dabei wird dem auserwählten Zuschauer ein mehr oder weniger leichter Schlag mit der flachen Hand auf die Schulter gegeben. Dieser Schlag soll dem "Abgemullten" Fruchtbarkeit und Glück bescheren. Zur Unterstützung wird meist noch ein Schnapsl aus dem mitgebrachten Flachmann ausgeschenkt.

Der Zottler zählt neben Buijazl, Hexe und anderen auch zu den traditionellen Figuren der Völser Fasnacht. In der ursprünglichen Fassung dieser Figur wird auf einen aufwändigen Kopfschmuck verzichtet und lediglich ein normaler Hut mit einem Hasen- oder Fuchsfell getragen. Zusätzlich werden die Fransen des Gewandes aus Wollfäden hergestellt, weshalb sich unter unseren Zottlern oft auch welche mit Wolle befinden.
WEISSE

WEISSE

Der Weiße trägt - wie der Name bereits vermuten lässt - eine weiße Hose, auf der bunte Quasten, Bänder und Glöckchen angebracht sind. Zusätzlich trägt er ein weißes Hemd mit einem Schultertuch aus Seide sowie einen Ranzen - oft mit einer Talerkette. Seine Kleidung symbolisiert das Aufblühen der Natur (bunte Quasten) nach einem langen Winter (weiße Kleidung), womit der Weiße für den Frühling steht. Seine Larve ist ein junger, lebendiger Mann, seine Bewegungen sind tänzelnd und tresternd im Takt der Musik. Sein Hut ist mit kleinen Spiegeln, bunten Blumen und Glasbartln geschmückt.

In seinen Händen trägt er - wie auch der Buijazl - eine Weidenrute, über welcher er vorwärts und rückwärts hüpft und mit der er zusätzlich die Leute zum Abmullen einfängt. Auch diese Rute ist ein Symbol des Frühjahrs, da die Weide eine der ersten Pflanzen mit Knospen ist.
TUXER

TUXER

Mit den Tuxern hält der Sommer Einzug ins Geschehen. Mit heiterer, jugendlicher Stimmung springen und trestern sie zum Takt der Musik. Der Höhepunkt der Aufführung ist der Tanz der Tuxer - das Schuhplatteln. Hier beweisen die Träger dieser Figur Kondition, Koordination, aber auch Taktgefühl.

Das Gewand eines traditionellen Völser Tuxers setzt sich aus einer kurzen Lederhose, gestrickten Wadelstutzen, grünen Hosenträgern und einem weißen Hemd zusammen. Zusätzlich werden eine rote Trachtenkrawatte und ein gestickter Ranzen - optional mit Talerkette - getragen. Der Hut ist geschmückt mit Spielhahn- und weißen Hahnenfedern, Seidenblumen, kleinen Spiegeln und Glasbartln. Als Besonderheit trägt der Völser Tuxer bunte Seidentücher an seinem Rücken und an der Rückseite seines Hutes.

Die Larve zeigt - passend zur vermittelten Stimmung - einen jugendlichen, freundlichen Mann.

Mit Ausnahme weniger Figuren vollzieht jede - so auch der Tuxer - das Ritual des "Abmullens". Dabei wird dem auserwählten Zuschauer ein mehr oder weniger leichter Schlag mit der flachen Hand auf die Schulter gegeben. Dieser Schlag soll dem "Abgemullten" Fruchtbarkeit und Glück bescheren. Zur Unterstützung wird meist noch ein Schnapsl aus dem mitgebrachten Flachmann ausgeschenkt.
SPIEGELTUXER

SPIEGELTUXER

Die anmutigste Figur der Fasnachtler ist der Spiegeltuxer. Er symbolisiert den Hochsommer und erinnert mit seinem riesigen Kopfschmuck an den Almabtrieb im Herbst. Sein Hut ragt über einen Meter in die Höhe und wiegt ca. 12 kg. Seinen Namen bekommt er von den großen Spiegeln, welche im Kopfschmuck eingearbeitet sind. Der Winter in Gestalt der Zottler soll darin seine hässliche Fratze erkennen und vor Angst die Flucht ergreifen. Der Kopfschmuck besteht - neben den Spiegeln - aus tausenden Seidenblumen, weißen Gockelfedern und schwarzen Spielhahnfedern. Auf der Rückseite befinden sich Fahnenbänder in verschiedenen Farben sowie Goldketten, Broschen und andere Schmuckgegenstände. Somit ist der Spiegeltuxer die wohl mit Abstand teuerste Figur unter den Mullern.

Die Kleidung strahlt mit einem gold gestickten Adler auf einem schwarzen Wams, Hemd mit Krawatte, kurzer Lederhose und einer Tuxerjacke. Über die Schulter trägt er - wie auch der Weiße - ein Seidentuch.

Noch mehr als die Tuxer beweist der Spiegeltuxer beim platteln Kondition und Koordination. Natürlich pflegt auch er den Brauch des "Abmullens".

ALTBÄURISCHES PAAR

"Zwoa Alte Leit die gern tanzen
und dazua zur Musig stampfen,
wolln amol wieder in die Fosnacht gian,
mai des is halt so schian!"

Bei dem Altbäurischen Paar handelt es sich, wie der Name bereits vermuten lässt, um ein altes Bauernpaar. Diese wollens auf ihre alten Tage nochmal wissen und gehen bei unserer Gruppe in der Fasnacht mit. Ihre Bewegungen sind - wie bei älteren Leuten üblich - eher langsam und schwerfällig. Dennoch tanzen sie zur Musik der Ziachorgl und der "Alte" zeigt zwischendurch sogar seine Plattlerkünste.